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Laser-Haarentfernung: Wie funktioniert das?

Eine technische Einordnung der Methode – verständlich erklärt.

Grundprinzip der Laser-Haarentfernung

Ein Laser erzeugt gebündeltes Licht einer bestimmten Wellenlänge. Bei der Haarentfernung wird dieses Licht so gewählt, dass es vom Melanin im Haar absorbiert wird. Melanin ist das Pigment, das dem Haar seine Farbe gibt.

Wenn das Laserlicht auf das Melanin trifft, wird die Lichtenergie in Wärme umgewandelt. Diese Wärme überträgt sich auf die Haarwurzel und schädigt die Zellen, die für das Haarwachstum verantwortlich sind.

Das umliegende Gewebe bleibt dabei weitgehend unversehrt, weil es weniger Melanin enthält und die Energie daher nicht in gleichem Maße absorbiert. Dieser Vorgang wird als selektive Photothermolyse bezeichnet.

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Warum Haare in Phasen wachsen

Haare wachsen nicht gleichzeitig. Jedes Haar durchläuft einen eigenen Zyklus aus drei Phasen:

Anagenphase (Wachstumsphase)

Das Haar wächst aktiv. Es ist fest mit der Haarwurzel verbunden und enthält viel Melanin. Nur in dieser Phase kann der Laser wirksam sein.

Katagenphase (Übergangsphase)

Das Haar löst sich von der Wurzel. Die Verbindung zur Nährstoffversorgung wird unterbrochen. Eine Laserbehandlung in dieser Phase ist weniger wirksam.

Telogenphase (Ruhephase)

Das Haar ruht und fällt schließlich aus. Ein neues Haar beginnt zu wachsen. Der Laser kann in dieser Phase nicht wirken.

Zu jedem Zeitpunkt befinden sich nur etwa 20 bis 30 Prozent der Haare in der Wachstumsphase. Deshalb sind mehrere Sitzungen im Abstand von mehreren Wochen notwendig, um möglichst viele Haare in ihrer aktiven Phase zu erreichen.

Warum Ergebnisse individuell sind

Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf eine Laserbehandlung. Mehrere Faktoren beeinflussen das Ergebnis:

  • Haarfarbe: Je dunkler das Haar, desto mehr Melanin enthält es. Dunkle Haare absorbieren das Laserlicht besser als helle oder graue Haare.
  • Haardicke: Dickere Haare enthalten mehr Pigment und lassen sich in der Regel besser behandeln als feine Vellushaare.
  • Hauttyp: Das Verhältnis von Hautpigmentierung zu Haarpigmentierung beeinflusst, welche Lasereinstellungen sicher und wirksam sind.
  • Hormonelle Einflüsse: Hormonelle Veränderungen können das Haarwachstum stimulieren und die langfristigen Ergebnisse beeinflussen.

Diese Faktoren erklären, warum manche Menschen schneller Ergebnisse sehen als andere – und warum eine pauschale Aussage über die Anzahl der notwendigen Sitzungen nicht seriös ist.

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Was Laser-Haarentfernung nicht ist

Laser-Haarentfernung ist keine Sofortlösung. Nach einer einzelnen Sitzung sind die Haare nicht verschwunden. Die Behandlung erfordert Geduld und mehrere Termine über einen längeren Zeitraum.

Es handelt sich auch nicht um eine einmalige Behandlung. Da immer nur ein Teil der Haare in der Wachstumsphase ist, sind mehrere Sitzungen notwendig, um einen Großteil der Haarfollikel zu erreichen.

Und: Es gibt keine Garantie für völlige Haarfreiheit. Die Methode führt in der Regel zu einer deutlichen Reduktion des Haarwuchses. Einzelne Haare können jedoch nachwachsen, insbesondere bei hormonellen Veränderungen. Auffrischungsbehandlungen können in solchen Fällen sinnvoll sein.

Schmerz, Empfinden und Belastung

Das Empfinden während einer Laserbehandlung variiert von Person zu Person. Viele beschreiben es als kurzes Pieksen oder ein leichtes Gummiband-Gefühl auf der Haut.

Moderne Lasergeräte verfügen über integrierte Kühlsysteme, die die Hautoberfläche vor und während des Impulses kühlen. Das reduziert sowohl das Hitzegefühl als auch mögliche Hautreizungen.

Die Wahrnehmung hängt auch vom Behandlungsareal ab. Empfindliche Bereiche wie die Bikinizone oder das Gesicht werden intensiver wahrgenommen als beispielsweise die Beine oder Arme.

Nach der Behandlung kann die Haut leicht gerötet sein. Diese Reaktion klingt in der Regel innerhalb weniger Stunden ab.

Sicherheit und Technik

Die Wahl des Geräts spielt eine wichtige Rolle. Professionelle Laser unterscheiden sich erheblich von Heimgeräten – sowohl in der Leistung als auch in der Präzision der Einstellmöglichkeiten.

Entscheidender als das Gerät allein ist jedoch das Fachwissen der behandelnden Person. Die korrekte Einschätzung von Hauttyp und Haarstruktur, die Wahl der richtigen Wellenlänge und Energiedichte sowie die Anpassung an individuelle Reaktionen erfordern Erfahrung und Sorgfalt.

Hautschutz ist ein wesentlicher Bestandteil jeder seriösen Behandlung. Dazu gehören die richtige Vorbereitung der Haut, das Vermeiden von Sonneneinstrahlung vor und nach der Behandlung sowie die konsequente Nachsorge.

Für wen Laser-Haarentfernung sinnvoll sein kann

Laser-Haarentfernung kann für Menschen geeignet sein, die eine langfristige Reduktion des Haarwuchses anstreben. Voraussetzung ist, dass die Erwartungen realistisch sind.

  • Wunsch nach dauerhafter Reduktion statt regelmäßiger Rasur oder Wachsen
  • Bereitschaft, mehrere Sitzungen über einen längeren Zeitraum wahrzunehmen
  • Geduld, da Ergebnisse erst nach mehreren Behandlungen sichtbar werden
  • Verständnis dafür, dass hormonelle Faktoren das Ergebnis beeinflussen können

Ob Laser-Haarentfernung im Einzelfall geeignet ist, lässt sich erst nach einer persönlichen Einschätzung von Haut- und Haartyp beurteilen.

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Warum eine Beratung sinnvoll ist

Vor einer Laserbehandlung sollte eine individuelle Einschätzung erfolgen. Dabei werden Haut- und Haartyp analysiert, um zu beurteilen, ob die Methode geeignet ist und welche Ergebnisse realistisch erwartet werden können.

In einem Beratungsgespräch werden auch mögliche Kontraindikationen abgeklärt – etwa bestimmte Medikamente, Hauterkrankungen oder kürzliche Sonnenexposition, die eine Behandlung vorübergehend ausschließen können.

Eine seriöse Beratung dient nicht dem Verkauf, sondern der gemeinsamen Einschätzung, ob und wie eine Behandlung sinnvoll ist. Manchmal ist das Ergebnis auch die Empfehlung, von einer Behandlung abzusehen.

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